22. Jänner 2025: Nach Protesten und Mahnwachen in Gmünd und bei den Landtagssitzungen in St. Pölten gab es endlich ein Gespräch mit dem zuständigen Landesrat Kasser. Wir haben nicht viel mehr erwartet als nette Worte und mehr haben wir auch nicht bekommen, konnten aber zumindest mehr als 25.000 Unterschriften für den Erhalt des Landesklinikums Gmünd übergeben.
Die Argumente, die im Rahmen des Gesundheitspaktes 2040+ für die Schließung des Krankenhauses in Gmünd angeführt werden, sind unseriös und wenig glaubwürdig. Das Landesklinikum Gmünd ist nicht am Ende seiner Lebenszeit. Doch während der Gesundheitspakt 2040+ offiziell Versorgungssicherheit verspricht, wird ein funktionierendes Krankenhaus demontiert. Ziel ist die Schließung im Jahr 2027 – auffallend passend zum politischen Wahlkalender. Ein Auffangnetz? Fehlanzeige. Ein gleichwertiger Ersatz? Nicht vorgesehen. Eine solidarisch finanzierte Gesundheitsversorgung für die Region? Nicht erkennbar.
Die Landespolitik will uns mit Gesprächen besänftigen doch wir geben nicht auf sondern kämpfen weiter! Und Gmünd steht nicht alleine. Überregional formiert sich Widerstand gegen die Aushöhlung des öffentlichen Gesundheitssystems. Eine neue Plattform fordert die Wiederaufschnürung des Gesundheitspakts 2040+ – nicht aus Prinzip, sondern aus Verantwortung. Für eine echte Reform, die Versorgung verbessert statt sie abzubauen. Die wirtschaftlich sinnvoll ist, volkswirtschaftlich tragfähig und regional gerecht. Einen Fixpunkt gibt es bereits: Am 23. April wird anlässlich der Landtagssitzung in St. Pölten eine Demonstration stattfinden.
Presseaussendung zum Termin mit LR Kasser: Download als PDF
Im März 2025 wurde der „NÖ Gesundheitsplan 2040+“ der Öffentlichkeit bekanntgegeben. Doch die Landesregierung verkennt bislang, dass dem rund 50-köpfigen, aus öffentlichen Mitteln finanzierten Expertengremium bei der Ausarbeitung der als „Gesundheitsreform“ titulierten Maßnahmen grundlegende Fehleinschätzungen unterlaufen sind.
Unter dem Deckmantel einer Reform wird der Bevölkerung ein Maßnahmenpaket präsentiert, das in Wahrheit eine strukturelle Reduktion und Ausdünnung der Gesundheitsversorgung bedeutet – insbesondere in den ländlichen Regionen. Das Landesklinikum Gmünd soll geschlossen werden, das Schwerpunktkrankenhaus Mistelbach soll den Schwerpunkt verlieren und 11 Notarztstützpunkte sollen aufgelöst werden. Regionale Fachleute, die ihre Regionen, deren Herausforderungen und die Bedürfnisse der Menschen seit Jahrzehnten kennen, weisen eindeutig darauf hin, dass diese Maßnahmen keine Verbesserung bringen, sondern zu einer nachhaltigen Verschlechterung der Versorgungssicherheit führen. Diese Einschätzungen werden von Politik und LGA bislang negiert oder mit unverbindlichen Gesprächen und immer gleichen, nicht belegten Vierbesserungsversprechen abgetan.
Doch Gesundheit und Leben sind zu wichtig, um klein beizugeben. Daher haben wir von #LKGmündbleibt gemeinsam mit der Initiative #UnserNotarztBleibt die Plattform NÖ – #Neuverhandlung Gesundheitsplan 2040+ ins Leben gerufen. Der Plattform gehören mittlerweile elf Regionen an, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Neuverhandlung des Gesundheitsplans 2040+.
Vertretene Initiativen und Regionen:
Verein #LKGmündbleibt (Gmünd); Interessensgemeinschaft Pro Schwerpunktkrankenhaus Mistelbach (Mistelbach); #UnserNotarztBleibt (Purkersdorf, Waidhofen an der Ybbs, Ybbs/Persenbeug, Pöggstall, Groß-Enzersdorf, Retz, Klosterneuburg, Raabs, Hainburg)
Während die Niederösterreichische Landesregierung lautstark politische Auseinandersetzungen mit Wien führt, setzt sie die Gesundheitsversorgung der eigenen Bevölkerung sehenden Auges aufs Spiel. Seit 1. Jänner 2026 wird für Bürgerinnen und Bürger unübersehbar, was die Maßnahmen eines aus Steuergeldern finanzierten, rund 50-köpfigen „Expertenteams“ tatsächlich bedeuten: Versorgungslücken, organisatorisches Chaos und eine konkrete Gefährdung der Menschen im ländlichen Raum.
Entgegen den im Gesundheitspakt 2040+ getroffenen Vereinbarungen, das Landesklinikum Gmünd in seinem Betrieb unangetastet zu lassen, wird der Standort schrittweise, aber rigoros heruntergefahren. Ohne Auffangnetz. Ohne funktionierendes Alternativkonzept. Ohne Gewährleistung einer durchgehenden, wohnortnahen Versorgung.
Gleichzeitig werden lebenswichtige Sekundärtransporte an den Billigstbieter vergeben – an einen Anbieter, der, wie sich nun zeigt, keine flächendeckende Versorgung sicherstellen kann. Die Ausschreibung war offenbar so mangelhaft definiert, dass selbst das Rotes Kreuz kein Angebot legen konnte. Umso befremdlicher ist es, dass den Verantwortlichen nicht bewusst war, dass sich durch die politisch forcierte Zentralisierung der Spitalsleistungen zwangsläufig die Zahl der Sekundärtransporte erhöht.
Nun zeigt sich Anton Kasser empört über die Leistung der Johanniter-Unfall-Hilfe – Transporte müssten funktionieren, lautet der Vorwurf. Gleichzeitig fordert der Sebastian Stark den raschen Aufbau eines Johanniter-Stützpunkts im Waldviertel. Doch auch hier bleiben zentrale Fragen unbeantwortet: Ist sichergestellt, dass Errichtung und Betrieb dieses Stützpunkts nicht aus öffentlichen Mitteln finanziert werden? Bleiben die angebotenen – und für die Vergabe maßgeblichen – günstigen Konditionen für die Transporte auch dann aufrecht, wenn zusätzliche Infrastruktur aufgebaut werden muss? Vor allem aber: Wie soll die Versorgung der Bevölkerung bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme eines solchen Stützpunkts sichergestellt werden? Wo konkret ist dieser geplant – und bis wann soll er real verfügbar sein?
Besonders widersprüchlich ist diese Debatte vor dem Hintergrund, dass im Bezirk Gmünd gleichzeitig der Nachtdienst von zwei Rot-Kreuz-Dienststellen, zum Teil ehrenamtlich besetzt, gestrichen werden soll. Acht Gemeinden in den Bezirken Gmünd und Waidhofen wären betroffen. Bestehende, funktionierende Strukturen werden damit gezielt abgebaut. Zwar entsteht in Gmünd derzeit eine große neue Rot-Kreuz-Dienststelle, doch ersetzt diese nicht die wohnortnahen Stützpunkte in der Fläche. Was hier geschieht ist kein Ausbau der Versorgung, sondern eine Zentralisierung auf Kosten der Erreichbarkeit – zugunsten eines Systems, das schon jetzt sichtbar an seine Grenzen stößt.
Nahezu zeitgleich entrüstet sich die Landesgesundheitsagentur öffentlich darüber, dass Patientinnen und Patienten ihrem Unmut über stundenlange Wartezeiten, Schmerzen und die Angst vor möglichen Folgeschäden teils ungehalten Ausdruck verleihen. Für das Personal vor Ort ist diese Situation hochbelastend – zugleich ist sie Ausdruck einer Überforderung, die aus unzureichender Versorgungssicherheit resultiert.
Erneut zeigt sich eine problematische Verschiebung der Verantwortung: Die aktuellen Missstände sind keine zufällige Entwicklung sondern das direkte Ergebnis von Anordnungen und strukturellen Entscheidungen der Landesgesundheitsagentur selbst. Kritisiert werden in der Folge jedoch die Patientinnen und Patienten, während jene, die diese Entscheidungen getroffen haben, Verantwortung von sich weisen. Wer glaubt, ein ohnehin massives Personalproblem auf diese Weise lösen zu können, ist auf dem Holzweg – und verschärft die Lage weiter.
Besonders alarmierend ist zudem, was aus den Waldviertler Kliniken zunehmend zu hören ist: Immer öfter äußert auch das Klinikpersonal intern Kritik an den geplanten und bereits umgesetzten Maßnahmen. Diese Einwände werden jedoch – so wird übereinstimmend berichtet – rasch unterbunden. Eine offene fachliche Diskussion findet kaum statt, stattdessen entsteht der Eindruck, dass berechtigte Sorgen mundtot gemacht werden sollen. Für eine Reform, die angeblich auf Expertise und Transparenz beruht, ist das ein fatales Signal.
Im Bezirk Gmünd betrifft diese Politik rund 35.516 Menschen – ca. 45 Einwohner pro Quadratkilometer (zum Vergleich: Waidhofen/Thaya 25.350 Einwohner – ca. 38 EW/km2; Zwettl 41.528 Einwohner – ca. 30 EW/km2), deren Grundrecht auf eine wohnortnahe, solidarisch finanzierte und jederzeit verfügbare Gesundheitsversorgung massiv eingeschränkt wird. Vorhandene Strukturen werden zurückgebaut, während neue Konzepte angekündigt werden, deren Umsetzbarkeit, Finanzierung und zeitliche Verfügbarkeit ungeklärt bleiben.
Die entscheidenden Fragen bleiben unbeantwortet:
Wer stellt sicher, dass die Versorgung gewährleistet ist?
Wer übernimmt Verantwortung für Risiken und Folgeschäden?
Die Zeit der Ausreden ist vorbei.
Die Zeit der Beschwichtigung ebenso.
Es geht um Menschen. Und es geht um Leben.
Programmtipp – Am Schauplatz, 22.01.2026, 21:05 Uhr, ORF 2:
Der Ausstrahlungstermin der „Am Schauplatz“ Sendung, in der auch unser Kampf um das Gmünder Krankenhaus einen Schwerpunkt bildet, steht fest.
-> Mehr Info zur Am Schauplatz Sendung „Kampf ums Krankenhaus“
18. Dezember 2025: Bei der letzten Landtagssitzung des Jahres 2025 waren wir wieder gemeinsam mit unseren Mitstreiter:innen von den Initiativen #unsernotarztbleibt auf der Galerie des NÖ Landhaus vertreten. Vom Rauswurf nach unserem Protest bei der letzten Sitzung ließen wir uns nicht abhalten, wieder auf unsere Kritik an bestimmten Maßnahmen des Gesundheitsplan 2040+ aufmerksam zu machen.
Danke an alle, die dabei waren!
Statt inhaltlich auf die Sorgen der Bevölkerung zuzugehen, wurden durch den Beschluss der „Regionalen Strukturpläne Gesundheit“ (RSG) in Niederösterreich alle kritisierten Maßnahmen wieder einen Schritt weiter vorangetrieben.
In Gmünd richtet sich der Protest weiterhin gegen die geplante und ersatzlose Schließung des LK Gmünd. Zusätzlich aber jetzt auch gegen die gerade bekanntgewordenen Schließungen der Nachtbereitschaft der Rotkreuzstützpunkte in Schrems und Heidenreichstein. Eine weitere Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in Gmünd, die nicht hingenommen werden kann!
Auch sollten Notarztstützpunkte eigentlich nur geschlossen werden, wenn bestens ausgebildete Notfallsanitäter:innen als vollwertiger Ersatz zur Verfügung stehen. Schaut man nach Deutschland bedeutet das eine dreijährige Ausbildung. Geht es aber nach den Plänen der Landesregierung reicht in Österreich offensichtlich ein Jahr Ausbildung. Das bedeutet aus unserer Sicht eine Gefährdung der Notfallversorgung in den betroffenen Regionen.
Immer mehr Niederösterreicher:innen sehen auf Grund dieser Tatsachen in den Vorhaben des Gesundheitsplans 2040+ der NÖ Landesregierung weniger eine Reform zum Wohle der Menschen als vielmehr eine Reihe von Sparmaßnahmen zum Nachteil der Bevölkerung. „Es darf nach einer Gesundheitsreform nicht schlechter für die Menschen werden als vor der Reform. Bei der Zusammenlegung der Krankenkassen haben wir schon einmal erlebt, wie angebliche Reformen statt zu den versprochenen Einsparungen schlussendlich zu einer enormen Kostensteigerung geführt haben. Deshalb heißt es jetzt rechtzeitig Gespräche auf Augenhöhe zu führen und schlechte Maßnahmen wie die Schließung des LK Gmünd neu zu verhandeln“, so Christian Oberlechner, Initiator der stillen Kundgebung vor dem LK Gmünd im April, die Ausgangspunkt der Widerstandsbewegung im Waldviertel war. Josef Baum, Stadtrat in Purkersdorf: „Notarztstützpunkte ohne vollwertigen Ersatz zu schließen gefährdet Menschenleben. Wir werden uns weiter vernetzen und die Politik weiter auffordern, ihre Pläne zu überdenken. Wir sind noch lange nicht fertig, ganz im Gegenteil: 2026 werden wir weiterkämpfen.“

Wie sieht es auf Landes- und Kommunalebene aus? Auch hier wählt sich das Volk seine Vertreter. Die Macht liegt beim Wähler. Politiker:innen sind gesetzlich verpflichtet, transparent zu handeln und Rechenschaft abzulegen. Bürger haben ein Recht auf Information! Die rechtsstaatliche Kontrolle stellt sicher, dass die Nichteinhaltung von zB Verträgen durch die Regierenden rechtliche Konsequenzen bis hin zur Klage wegen Amtsmissbrauchs nach sich zieht. Zusammenfassend kann man sagen:
Regierende müssen auf die Meinung des Volkes achten, weil sie in einer Demokratie Diener des Volkes und nicht dessen Herren sind. Ihre Position verdanken sie den Bürgern, die ihnen durch Wahlen jederzeit das Mandat entziehen können.
Wir haben auch gefragt, was einen guten Bürgermeister samt Gemeinderat ausmacht. Die Antwort klingt logisch: Ein gutes Agieren basiert auf drei Säulen: Rechtmäßigkeit (= Einhaltung der Gesetze), Transparenz und Bürgerorientierung.
Kernpflicht des Bürgermeisters ist es, Entscheidungen objektiv und unparteiisch zu treffen. Er muss rechtskräftige Beschlüsse des Gemeinderates umsetzen. Bürgermeister unterliegen der staatlichen Aufsicht durch die Bezirkshauptmannschaft und die Landesregierung. Zur Bürgernähe fiel unsrem Gegenüber ein, dass es Pflicht eines Bürgermeisters ist, seine Bürger aktiv und ehrlich über Vorhaben, Finanzen und Entscheidungen zu informieren. Er soll die Bürger einbinden (Bürgerversammlung, Petitionen) und auf die Anliegen eingehen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Ehrlichkeit. Der Bürgermeister ist der Vertreter der Gemeindebürger:innen, nicht deren Herr/Frau!
Dann stellten wir die Frage: „Was sind die Konsequenzen eines möglichen Zuwiderhandelns? Was, wenn ein Bürgermeister mehr oder weniger ausschließlich den Weisungen des Landes bzw. der eigenen Partei folgt, die Interessen der Bürger somit – mehr oder weniger – hintenanstellt? Gemeinderatsbeschlüsse nicht vollzieht und das Einhalten eines bestehenden Vertrages nicht einklagt?“ Die Antwort wurde ganz klar und deutlich formuliert: Wenn ein Bürgermeister die Parteilinie über die Bürgernähe stellt, priorisiert er somit die Loyalität zur Landespartei über das Wohl seiner Gemeinde. Er ist nicht an Weisungen der Partei gebunden, da die Interessenvertretung der Gemeinde im eigenen Wirkungsbereich liegt. Ein Uraltbegriff dafür ist die Vasallentreue. Hatten wir so noch nie gehört – folgendes wurde uns dazu erklärt: Vasallentreue ist ein historischer Begriff, der die Unterordnung unter einen mächtigen Gönner beschreibt.
Unsere Frage beschreibe das Kernproblem in einer Demokratie: Die Diskrepanz zwischen der Erwartungshaltung der Wähler an den Bürgermeister als lokalem Fürsprecher und seiner Loyalität zu übergeordneten Parteistrukturen.
Nach dem Gespräch haben wir uns erlaubt, die letzten 10 Monate bezüglich LK Gmünd zu resümieren:
Im Herbst 2024 wurde über ein mögliches Schließungsvorhaben des LK Gmünd gemunkelt. Dies wurde von der Landeshauptfrau vehement dementiert! Nach den Gemeinderatswahlen gab es dann die große Verkündung über die Medien: die im Gesundheitspakt 2040+ verankerten Maßnahmen sehen vor, das LK Gmünd zu schließen. Eine regional angesiedelte Bundesrätin und eine Nationalratsabgeordnete stellen ein Video ins Netz, wo sie darüber jubilieren und den Ersatz „Gesundheitsklinik“ anpreisen. Kurze Zeit später sind beide Videos gelöscht.
Über die Begründung der Schließung erfahren die Gmünder ebenfalls aus den Medien und aus Überlieferungen von Besuchen der Verantwortlichen in anderen Gesundheitseinrichtungen. Sämtliche Argumente wurden durch #LKGmündbleibt widerlegt. In der Infoveranstaltung am 8.7. im Kulturhaus erfahren wir, dass es an den Menschen liegt. Es gibt kein Personal! Kein Gmünd-spezifisches Problem! Nur braucht man das Personal des LK Gmünd um die Personalnot in anderen Gesundheitseinrichtungen zu füllen. Wie beim Legospielen – man nehme einen Baustein und setze ihn beim Weiterbau des anderen Hauses ein. Richtig, ein Baustein! Personal soll wie ein Baustein, ganz selbstverständlich in andere Häuser versetzt werden. Ungeachtet möglicher gesetzlicher Betreuungspflichten gegenüber Kindern oder pflegebedürftiger Angehöriger. Wo es, mehr als ohnehin, einen Unterschied macht, ob der Arbeitsweg fünf oder über fünfzig Kilometer beträgt.
Anfangs gibt sich die Regionalpolitik empört! Was übrigbleibt ist ein Gemeinderat, der uns von Anfang an unterstützt hat und ein Stadtrat, der nun auch an unserer Seite kämpft. Danke Roman und Thomas!
Es gibt seit Mai einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss, der besagt, dass der Übernahmevertrag für das Krankenhaus zwischen Gemeinde Gmünd und Land NÖ juristisch geprüft werden soll. Der Beschluss scheint bis dato nicht umgesetzt!
Unsere Regionalpolitik ist stets in Feierlaune! Jeder Veranstaltung wohnen die Herrschaften bei. Wenn es um den Erhalt des Krankenhaus Gmünd geht, glänzen sie mit Abwesenheit. Unsere Einladung zur 2. Mahnwache, die im Zeichen des 100. Geburtstages unseres LK Gmünd stand, haben sie ausgeschlagen. Ohne jede Absage, ohne jeden Kommentar.
Das LK Gmünd ist uninteressant, der Ersatz – die „Gesundheitsklinik“ – soll jetzt um ein Ambulatorium erweitert werden! Die Gmünder:innen sind es, die sich glücklich schätzen dürfen, leibhaftig an einem Projekt teilzunehmen. Das sollen uns die Fotos mit UNSEREN Vertretern darauf, die man tagtäglich auf Social Media und in den Zeitungen sieht, vermitteln. Unsere Vertreter, die brav die Werbetrommel der Landesregierung rühren!
Apropos Projekt! Gabs da nicht einmal ein Projekt Healthaccross – habt ihr den Plan von anno dazumal schon gesehen? Ein großes, grenzüberschreitendes Krankenhaus inkl. Ausbildungszentrum und vielem mehr. Fahrt mal vorbei in der Bleyleben und schaut, was davon umgesetzt wurde. Von dem Projekt, das die WHO ausgezeichnet hat!
Was bleibt, wenn unser Krankenhaus geschlossen wird? Ein Ambulatorium – der Begriff allein sagt nichts darüber aus, welche Leistungen dort tatsächlich angeboten werden! In der Beschreibung des Vorhabens verwendet man (zu) viele Konjunktive – hätte, wäre, sei, könnte. Nur bei der Schließung des Krankenhauses ist man sich einig, wenn man sagt: das ist fix!
Was hört man so zwischen Tür und Angel? Sämtliche Spitäler sind am Zenit ihrer Kapazitäten angelangt. Ist jetzt nicht wirklich neu. Es wurde uns versprochen, dass die Betten unseres LK Gmünd auf umliegende Krankenhäuser aufgeteilt werden. Doch man flüstert, dass diese ersatzlos gestrichen sind. Wo kommen die Gmünder dann unter?
Um den privaten Investor ist es still geworden – das in der NÖN veröffentlichte Interview scheint nicht den gewünschten Erfolg gebracht zu haben!
180 Mitarbeiter sollen in der Bleyleben eine Anstellung finden. Bei wem? Bei der LGA oder beim privaten Investor? Wie das Verhältnis zu Kassenärzten und Wahlärzten ausschauen wird, ist ungewiss. Es bleibt spannend! Bleibt noch immer die Frage, woher nimmt man denn die Ärzte, die in der Bleyleben arbeiten, wenn kein Personal vorhanden ist?
Lassen wir diese Fragen mal kurz sacken und überlegen, wie die Vorgehensweise der Politiker – unserer Vertreter – mit dem zusammenpasst, das wir gestern aus dem Gespräch mitgenommen haben! Politiker haben die Pflicht, auf die Anliegen des Volkes einzugehen! Erst nach zehn Monaten wurden uns Gesprächstermine zugestanden: Herr Hergovich 12.12.2025; Herr Knestel 09.01.2026; Herr Kasser 22.01.2026. Wir werden unsere Anliegen vertreten und sind gespannt, wie man uns aufnimmt. Natürlich halten wir Euch informiert.
Über Ehrlichkeit möchten wir nicht diskutieren, dies scheint für die Verantwortlichen auf jeder Ebene ein Fremdwort zu sein.
Aktive Information der Bürger:innen können wir nicht erkennen. Auf keiner politischen Ebene – bis heute schafft es die Gemeinde Gmünd nicht, das einem redlichen Bürger schon lang versprochene Jour fixe zustande zu bringen. Was sollte man dort auch erzählen!
Vertretung der Interessen der Gemeindebürger, Entscheidungen objektiv und nicht auf Parteilinie treffen, Umsetzung der Gemeinderatsbeschlüsse, pochen auf Einhaltung eines bestehenden Übernahmevertrages, Transparenz und Bürgernähe, wir können nichts davon erkennen!
Was erfahren wir in unzähligen Gesprächen mit empörten Bürger:innen?
Mitarbeiter des Landesklinikums werden unter Druck gesetzt, das LK Gmünd wird bewusst ausgehungert. Ein „Herunterfahren“ des Betriebes bis 2028 ist angedacht – 2030 war einmal, ist längst überholt. Unabhängig davon, was bis dahin in der Bleyleben umgesetzt ist oder jemals wird. Wo unsere stationäre Versorgung tatsächlich stattfindet – wer weiß!
Wie sieht es mit den Kosten aus? Stationärer Aufenthalt in Gmünd wird in der neuen „Gesundheitsklinik“ selbst zu zahlen sein – dafür mit Hotelflair. Wie sieht es mit den Ärzten aus? Wer zahlt den Transport ins nächste Krankenhaus und wieder zurück? Hubschrauber ist auch immer wieder Thema. Bei der aktuellen Witterung wird es keinen Flug geben. Unter einer Einstufung von NACA IV (NACA = System der Notfallmedizin, um den Schweregrad von Verletzungen und Erkrankungen auf einer Skala von 0 bis 7 zu bewerten) wird man für den Flug ohnehin zur Kassa gebeten. Eines unserer Mitglieder machte die Erfahrung, dass die Einsatzzeit des Flugteams von 58 Minuten knapp EUR 8.000,– kostet.
Hurra liebe Gmünder:innen! Wir sind in einem Projekt – Probanden so zusagen. Für die, die sich auf dem „ist ja eh schon beschlossen“ ausrasten möchten wir sagen: es geht um unsere Gesundheit, um unser Leben! Es ist keine Zeit für Selbstmitleid oder dafür, in Politverdrossenheit und Resignation zu versinken! Und noch viel weniger Platz haben jetzt Befindlichkeiten! Egal wer mit wem und wo sonst nicht kann, Himmel! Steht endlich auf, gemeinsam! Unser Verein ist kein Service, er ist eine Plattform zum Mitmachen. Wie wir aus der NÖN entnehmen durften, gibt es eine weitere Initiative! Wunderbar! Bitte stehen wir endlich alle miteinander auf! Schaut nach Salzburg, tausende Leute bewegen die Regierung zur Umkehr, warum soll das bei uns nicht möglich sein!
Unserer Gemeindepolitik sei gesagt: die Gratwanderung ist eine Schmale – der Druck ist groß. Wir lassen uns nicht kleinmachen. Die Gebühren für den Aushang unserer weiteren Aktivitäten und Infoveranstaltungen werden wir gern entrichten, nachdem Ihr die Zusicherung kostenloser Information nun zurückgezogen habt. Mit der Begründung: alle anderen Vereine wären sonst benachteiligt. Sehen wir ein, kein Problem! Eine Frage, die sich uns stellt ist, was bekommen wir von Euch dafür, dass wir Eure Arbeit machen! Nämlich die, dass wir um unser LK Gmünd, um unser Krankenhaus und für die Bürger:innen in Gmünd kämpfen und diese informiert halten? Wir sind uns bewusst, dass wir keinen Sprint, sondern einen Marathon begonnen haben. Den bringen wir zu Ende – wir arbeiten stetig an unseren Möglichkeiten. Jedenfalls arbeiten wir daran, den Bürger:innen von Gmünd künftig wieder eine Wahl zu ermöglichen.
Gemeinsam sind wir stark !
Euer Verein #LKGmündbleibt
In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem Mitglied, Herrn Reinhard Schön.
Lieber Reini, Du hast trotz eines schweren Weges immer nach Deinen Möglichkeiten unterstützt. Deine Nachrichten und Deine herzlichen Worte werden uns fehlen.
Wir tragen Dich in unseren Herzen und sind dankbar, dass wir Dich kennenlernen durften.
Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt Deiner Familie – wir wünschen viel Kraft für die kommende Zeit.
22. November 2025: Mehrere hundert Besucher:innen trotzten bei unserer Mahnwache anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Krankenhaus Gmünd den eisigen Temperaturen. Wir freuten uns besonders über den Besuch von Jaromír Slíva, Bürgermeister von České Velenice. Der Erhalt des Krankenhauses ist ihm – wie vielen Menschen beiderseits der Grenze – ein großes Anliegen. Unterstützt wurden wir auch von unseren Mitstreiter:innen aus der Initiative #unsernotarztbleibt.
Ein besonderes Zeichen setzten hunderte von Lichtern, die um 18:30 Uhr den Platz erhellten – ein stiller und emotionaler Moment. Auch bei den im Gemeindegebiet aufgestellten Plakatständern zur Mahnwache stellten Bürger:innen Kerzen ab.
Vielen Dank an alle unsere Unterstützer:innen! Wir geben nicht auf!
Unser Krankenhaus Gmünd muss bleiben!
20. November 2025: Diesmal sind wir mit rund 100 Aktivist:innen der Initiativen #LKGmündbleibt und #unsernotarztbleibt auf der Galerie des Landtags vertreten. Immer mehr Menschen schließen sich den regionalen Vereinen und Initiativen an, die niederösterreichweite Plattform wächst kontinuierlich. Dieses Engagement aus der Bevölkerung zeigt deutlich, wie wichtig eine verlässliche Gesundheitsversorgung für die Regionen ist.
Danke an alle, die dabei waren!
Wir waren ehrlich schockiert darüber, dass den geplanten Schließungen von elf Notarztstützpunkten kein durchdachtes Konzept zugrunde zu liegen scheint. Es konnte weder beantwortet werden, wie viele Sanitäter künftig die Notärzte ersetzen sollen, noch gibt es Klarheit über die dafür notwendige Ausbildungszeit. Diese fehlenden Grundlagen werfen grundlegende Fragen zur Tragfähigkeit der Reform auf.
Überträgt man diese Unsicherheiten auf den Beschluss zur Schließung des Landesklinikum Gmünd, drängt sich der klare Verdacht auf, dass auch hier schlichtweg die Antworten auf die von #LKGmündbleibt übermittelten 100 Fragen fehlen. Ohne faktenbasierte Informationen ist ein offenes Gespräch kaum möglich – zumal die ursprünglich zur Rechtfertigung herangezogenen Argumente bereits widerlegt wurden. Sollte es ebenso simpel wie schockierend sein, dass man Gespräche bislang verweigert hat, weil man die Antworten nicht kennt?
Wir sind zu ernsthaften Gesprächen auf Augenhöhe bereit
Gerade deshalb ist es für uns wichtig, die beim Verein #LKGmündbleibt nach unserem Offenen Brief an die Landeshauptfrau eingelangten Gesprächsangebote ernsthaft zu nutzen. Wir wollen noch einmal klar aufzeigen, dass die für Gmünd geplanten Maßnahmen weder nachhaltig gedacht sind noch eine tatsächliche Verbesserung der Versorgung für die Bevölkerung bringen.
Am 12. Dezember folgen wir der Einladung von Landtagsabgeordnetem Hergovich. In Vorbereitung auf das angekündigte Gespräch mit Finanzlandesrat Kasser – zu dem es bisher noch keine Terminvorschläge gibt – werden wir zudem ein Treffen mit Mag. Knestel, Geschäftsführer des NÖGUS, wahrnehmen.
Dass ein aus Sorgen, Erfahrungen und Wissen um die regionale Versorgungslage gewachsener Widerstand von politischer Seite teilweise als Störfaktor empfunden wird, ist nachvollziehbar. Gleichzeitig sollte anerkannt werden, dass dieses Engagement aus der Bevölkerung Ausdruck von Verantwortungsbewusstsein ist. Die regional vernetzten Initiativen werden nicht nachlassen – im Gegenteil: Sie werden weiter konstruktiv und sachlich aufzeigen, wo es Verbesserungsbedarf gibt.
Wir als Verein #LKGmündbleibt setzen dabei auf Dialog, Transparenz und fachlich fundierte Argumente – mit dem klaren Ziel, eine verlässliche Gesundheitsversorgung für unsere Region zu sichern.
Redebeitrag von Mag. Silvia Moser, Grüne
Redebeitrag von Michael Bierbach, SPÖ

Last Updated: 02.02.2026
Pressekonferenz Plattform NÖ
22. Jänner 2026: Einige Statements von Vertreter:innen der neu gegründeten Plattform NÖ #Neuverhandlung Gesundheitsplan 2040+ wurden aufgezeichnet und können hier angesehen werden. (Links öffnen Youtube Videos.)
Obfrau #LKGmündbleibt
Stadtrat Purkersdorf, #unsernotarztbleibt
Gemeinderat Retz, #unsernotarztbleibt
Pensionisten Aktivist Purkersdorf und Pressbaum, #unsernotarztbleibt
Internist, #unsernotarztbleibt
Obmann ÖSI, #LKGmündbleibt